Wandertouren

TOUR 1:

Puig de Galatzó (1026 m) – von Puigpunyent

Art: Bergtour
Region / Ort: im Südwesten
Schwierigkeit: schwer
Charakter der Tour
Beliebte Bergtour auf stellenweise schmalen Pfaden und über kurze Felspassagen, die Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordern. Wegweiser sowie einzelne Farbmarkierungen und Steinmännchen. Bei der Variante über den Südgrat nur Steinmännchen. Kaum Schatten. Die wesentlich schwierigere Routenvariante über den Südgrat ist weglos und weist kurze Kletterstellen (Schwierigkeitsgrad I) auf.
Ausgangsort: Puigpunyent
Ausgangspunkt: Das Haus Es Cucui (ca. 500 m), ca. 3 km nordwestlich über Puigpunyent
Zufahrt: Von Palma auf der Ma-1040 nach Establiments, links auf der Ma-1042 bzw. der Ma-1041 nach Puigpunyent. Kurz weiter Richtung Galilea, bei der südlichen Ortseinfahrt rechts auf eine asphaltierte Seitenstraße abbiegen und den Wegweisern “Parc de Natura – La Reserva Puig de Galatzó” in ein Waldtal folgen. Nach ca. 3 km beim Haus Es Cucui neben der Straße parken.
Bus/Zug: Keine öffentliche Verkehrsverbindung
Gehzeit: bis 4h
Höhenunterschied 500 m
Höchster Punkt1026 m
Einkehrmöglichkeit/Unterkunft
Unterwegs keine; Bars und Restaurants in Puigpunyent
für Kinder geeignet: nein
Rundtour: nein
Si el Galatzó du capell i l’Ofre gorra… Wenn der Galatzó einen Hut aufhat und der l’Ofre eine Mütze – dann, so sagt eine alte Bauernregel, soll jeder rennen, wenn er nicht naß werden möchte. Der markante Felsdreikant zwischen Puigpunyent, Capdellà und Estellencs, der südlichste „Tausender“ der Serra de Tramuntana, gilt aber nicht nur als Wetterberg: Um seinen Gipfel spukt nach dem Volksglauben der ruhelose Geist des „Comte Mal“, eines adeligen Menschenschinders, den es tatsächlich gegeben hat: Der 1694 verstorbene Pere Ramon de Safortesa war der verhasste Herrscher über Santa Margalida, der selbst Richter und Stadträte kaltblütig ermorden ließ. Wie das ganze Gebirge trug auch der Galatzó einst einen dichten Waldmantel, doch der kaiserliche Admiral Andrea Doria ließ das Holz im 16. Jahrhundet für den Schiffsbau schlagen.
Mehr Glück bringt der Felsdreikant den Bergsteigern, zumindest bei gutem Wetter: Dann überblickt man von seinem Gipfel die halbe Insel, läßt das Auge bis nach Palma schweifen und entdeckt vielleicht sogar die Küstenlinie der Nachbarinsel Eivissa (Ibiza). Allerdings setzt schon der gebräuchlichste Gipfelsteig Bergerfahrung voraus. Noch um einiges anspruchsvoller – und auch weitaus schwieriger zu finden – ist die Route über den Südgrat: ein Abenteuer zwischen Himmel und dem tiefblauen Meer, gespickt mit scharfkantigen Kletteraufschwüngen, akustisch begleitet vom Meckern der halbwilden Ziegen und dem Geschrei der Pfauen, das von der Reserva Puig de Galatzó heraufdringt.
Wegbeschreibung:
Auf den Puig de Galatzó: Vom Haus Es Cucui rechts – nach Norden – auf der unbeschilderten Straße zu einem Steinbruch hinauf. Nach ca. 2 km – bei der zweiten Abzweigung nach dem Steinbruch – rechts abzweigen und auf dem bald ungeteerten Fahrweg noch 300 m zur Font des Pí.
Von dieser eingefaßten Quelle geht es links auf einem steilen, von Zäunen eingefaßten Schotterweg (Camí des Coll des Carnisseret) aufwärts. An der folgenden, unmarkierten Abzweigung scharf nach rechts und nach weiteren 100 m links (Pfeil) abbiegen. Nun wandert man auf einem schmalen, stellenweise verzweigten Pfad durch Steineichenwald und später über den freien, mit Gebüsch bewachsenen Hang auf den Coll des Carnisseret (698 m, lange Steinmauer, in der Nähe steht ein Feuerwacheturm).
Links kurz auf dem Kamm hinauf, bei einem Grenzstein (Pfosten) jedoch nach rechts in den Nordosthang queren. Bald steigt man über eine Schutthalde und unter dem hohen, nicht zu übersehenden Felsturm (Es Bisbe) vorbei zur Abzweigung bei einer zerstörten Brandwachehütte oberhalb des Pas de na Sabatera an. Hier links abbiegen und in steilen Serpentinen bzw. über einige Felsstufen durch die Nordseite des Puig de Galatzó hinauf. Zuletzt an einem Felsloch vorbei und unterhalb einer schrägen Wand zur Vermessungssäule auf dem Gipfel (1026 m).
1 h 50 minDer Abstieg erfolgt auf der gleichen Route.
1 h 30 minKlettervariante über den Südgrat: Von der letzten Abzweigung unterhalb der Font des Pi folgt man der Asphaltstraße nach Westen durch den Wald. Zwei rechts abzweigende Seitenstraßen ignorieren, dann links auf einen Schotterweg zu einem versperrten Tor. Rechts auf die Mauer klettern und um den Zaunpfahl herumturnen. Kurz auf dem Fahrweg weiter, bis er links abwärts führt (Steinmännchen). Dort rechts weglos durch den verwachsenen Hang und links auf Steigspuren zur breiten, schon von unten sichtbaren Scharte zwischen den Felsabbrüchen des Puig de Galatzó. Kurz vor der Mauer unterhalb der Scharte beginnt ein Pfad, der sich jedoch bald wieder verliert. So klettert man schräg rechts (oberhalb der höchsten Bäume) durch die steile Gras- und Felsflanke zum Südgrat, auf dem man zum Vorgipfel ansteigt. Aus der folgenden Scharte weisen Steinmännchen die beste Route über den zunächst sehr steilen, aber gut gestuften Grat hinauf. Schließlich erreicht man durch eine Mulde den höchsten Punkt.
Ca. 2 h, Abstieg auf dem Normalweg.

 

TOUR 2:

Puig de Galatzó (1026 m) – von Estellencs

Art: Bergtour
Region / Ort: im Südwesten / Estellencs
Schwierigkeit: mittel
Charakter der Tour: Anspruchsvolle, aber gut beschilderte und sehr eindrucksvolle Bergwanderung, die im Gipfelbereich Trittsicherheit sowie Schwindelfreiheit erfordert. Kaum Schatten
 
Ausgangsort: Estellencs (400 m)
Ausgangspunkt: der Kilometerstein 97 an der MA-10 zwischen Andratx und Estellencs. Nur wenig Parkplätze, die oft schon früh am Tag belegt sind – in diesem Fall muss man sich in einiger Entfernung neben der Straße eine Parkmöglichkeit suchen.
 
Zufahrt: auf der Ma-10
Bus/Zug: –
Gehzeit: bis 4h
Höhenunterschied: 650 m
Höchster Punkt: 1026 m
für Kinder geeignet: nein
Rundtour: ja
 

Der Galatzó, der südlichste »Tausender« der Serra de Tramunta­na, gehört zu den absoluten »Charakterbergen« Mallorcas. Al­te Sagen bringen die viel besuchte Aussichtswarte mit allerlei Spuk und Wetterzauber in Verbindung. Die meisten Wanderer kommen vom Parkplatz Font des Pi oberhalb von Puigpunyent he­rauf; ich schlage Ihnen hier die einsamere und landschaftlich über­aus abwechslungsreiche Rou­­te von Norden vor.

Wegbeschreibung:

Aufstieg: Wir folgen dem Wegweiser »Boal de ses Serveres, Puig de Galatzó« und wandern auf der abzweigenden Schotterstraße (Infotafel) in Kehren unterhalb der Fels­wän­de des Es Morralàs berg­wärts. Nach 15 min bei einer Abzweigung links (Wegweiser). Kurz darauf erreichen wir den Pick­­­nick­platz Son For­tu­ny.
Nicht geradeaus durch das Tor weiter, sondern rechts zu einer grasgedeckten Hüt­te (Köh­ler­platz), hinter der ein breiter Weg rechts in ein Tal zieht (Wegweiser »Pas des Cossi, Galatzó«). Er wird bald zu einem Pfad, der sich durch einen felsigen Grashang in ein Aufforstungsgebiet hinauf­schlän­gelt.
Dort Wegteilung: Wir wandern auf dem linken Pfad weiter (Wegweiser), kommen an einem Meiler mit Zis­terne vorbei und erreichen im sanften Anstieg den Höhenrücken Penyal des Morro. Im stetigen Auf und Ab durch Grashänge und kleine Gräben (Steinmännchen und Pfosten), bis man nach einigen Kehren zwischen großen Steinblöcken den Pas de na Sabatera erreicht. Weiter nach dem Wegweiser, bis wir nach weiteren 15 Min. die Ruine einer ehemaligen Feuerwächterhütte und damit den letzten Wegweiser Richtung Gipfel erreichen. Hier mündet der Weg von der Font des Pi bei Puigpunyent ein. Rechts durch grasige Hänge und Geröll (Vorsicht!) empor, an einem Felsloch vorbei und unterhalb einer schrägen Wand über einige steile Felsstufen. Nach ca. 10 Min. ist die Vermessungssäule auf dem Gipfel erreicht. Die Aussicht reicht von der Nordwestküste und den Bergen der zentralen Serra de Tramuntana bis zur Inselebene.
2 h 15 min

Der Abstieg verläuft bis zum Pas de na Sabatera auf derselben Route (35 min). Dort zweigen wir jedoch rechts ab und gehen – dem Wegweiser »Font de Dalt« folgend – in 15 min zur Baumgrenze hinab. Bald sehen wir den ersten runden Kohlenmeiler-Platz. Davor biegt der Weg nach links ab (Wegweiser »Boal de ses Serveres, Font de Dalt«). Bei der folgenden Abzweigung nach links. Nun folgen wir stets den Wegweisern »Boal de ses Serveres«. Der Waldweg führt an den Ruinen eines Bauernhofes und eines Wasserbeckens vorbei. Rechts der Route liegt eine Aussichtskanzel, deren Ersteigung sich lohnt (Blick nach Estellencs und zum Meer). Hier nach links und in wenigen Minuten zur nächsten Wegteilung. Geradeaus und – kurz unter einer Felswand ansteigend – zum Mirador del Pla de ses Serveres. Bald danach liegen unterhalb des Weges die Unterstandshütte Boal de ses Serveres und ein alter Vieh­stall. Gleich darauf erreichen wir den Picknickplatz Son For­tu­ny, bei dem wir wieder auf die Aufstiegsroute treffen. Auf dieser zum Ausgangspunkt hinunter.
1 h 30 min – 2 h

 
TOUR 3:

Puig de na Bauçana (614 m)

Art: Wanderung
Region / Ort: im Südwesten / Galilea
Schwierigkeit: leicht
Charakter der Tour: kurze Bergwanderung auf Fahrwegen, Wald- und Felspfaden; viel Schatten
Ausgangsort: Galilea (370 m)
Ausgangspunkt: Coll des Molí de Vent (370 m)
 
Zufahrt:
Die Ma-1032 (Es Capellà – Puigpunyent) führt etwa 1 km östlich von Galilea über diesen Sattel; beschränkte Parkmöglichkeit. Man kann auch bei der Abzweigung unterhalb von Galilea parken – zu Fuß von dort 15 min.
 
Bus/Zug
Haltestelle der Buslinie 140 (Palma – Puigpunyent – Galilea) an der Hauptstraße unterhalb von Galilea
 
Gehzeit: bis 2h
Höhenunterschied: 250 m
Höchster Punkt: 614 m
Einkehrmöglichkeit/Unterkunft: unterwegs keine: Bar/Restaurant in Galilea
für Kinder geeignet: ja
Rundtour: nein
 

Der Puig de na Bauçana – in manchen Karten und Wanderführern auch einfach “Bauça” genannt – ist ein runder, bis oben hinauf bewaldeter und von allen Seiten her auffälliger Bergbuckel zwischen Calvià und Puigpunyent. Sein Gipfel bietet ein überraschend schönes Rundum-Panorama, in dem natürlich der nahe Puig de Galatzó die Hauptrolle spielt. Doch auch der kurze Zugangsweg bietet ein Aha-Erlebnis: Am Fuße des Berges stehen zwei gut erhaltene barracas – runde Köhlerbehausungen, die jedoch nicht (wie sonst üblich) mit Gras, sondern mit einer Steinkuppel überdeckt wurden.

Wegbeschreibung:

Aufstieg: Wir folgen vom Sattel dem Schild „Calvià“ und gehen auf dem Fahrweg links neben dem gesperrten Tor der Finca Son Cortey nach Süden (Gatter mit Leiterüberstieg, dahinter Infotafel). Wir wandern auf dem sanft ansteigenden Camí de Puigpunyent a Calvià zwischen Kiefernwald und Oliventerrassen (Costa de sa Xigala) und an einer Abzweigung (Pfosten) vorbei. Nach etwa 800 m erreichen wir eine Gabelung: Dem Wegweiser „Calvià“ folgend, gehen wir geradeaus weiter (der links hinaufführende Fahrweg ist mit einem Gatter gesperrt) und gelangen nach 3 min die nächste Abzweigung im Gebiet von Sa Planeta (Pfosten).
Hier nach links und zur nahen oberen Straße ansteigen. Auf dieser 10 Schritte nach rechts, wo wir links auf einen alten, sanft ansteigenden Fahrweg abbiegen (verstecktes Holzschild „Na Bausana“). Wir wandern nun durch den Waldhang, an zwei alten Kalköfen vorbei und nach einer scharfen Rechtskurve (Blick auf Galilea und den Puig de Galatzó) neben einer Mauer in freies, flacheres Gelände. Dort führen Pfadspuren links zu einer runden Steinhütte am nahen Waldrand; rechts gelangt man zum Köhlerplatz mit dem zweiten steingedeckten Unterstand hinab.
Der Fahrweg zieht durch das freie Gelände weiter, bis wir nach 2 min links auf einen breit ausgetretenen Weg zum Wald einschwenken (Steinmännchen). Der stellenweise aufgemauerte Pfad schlängelt sich in vielen Kehren und über Stufen durch den steilen und felsigen Südhang des Berges zum Gipfelrücken empor. Zuletzt rechts über einige Felsstufen auf den höchsten Punkt (Vermessungssäule).
1 h 15 min

Abstieg auf derselben Route.
45 min

 
TOUR 4:

Sa Mola de s’Esclop (928 m) – von Westen

Art: Bergtour
Region / Ort: im Südwesten / Andratx
Schwierigkeit: schwer
Charakter der Tour: anspruchsvolle, aber landschaftlich sehr schöne und abwechslungsreiche Tour auf einen aussichtsreichen Gipfel. Die Route verläuft anfangs auf breiten Wegen und schmalen Pfaden, etwa die Hälfte der Strecke führt jedoch durch wegloses, grasiges und felsiges Gelände, das absolute Trittsicherheit und guten Orientierungssinn erfordert. Die Ersteigung des felsigen Gipfelaufbaus erfordert zudem Schwindelfreiheit. Die Route ist gut mit Steinmännchen markiert. Nur wenig Schatten.
 
Ausgangsort: Andratx im Südwesten Mallorcas
Ausgangspunkt: die Ma-10 am Pla de s’Evangelica, 1,6 km nordöstlich des Coll de sa Gramola
 
Zufahrt:
Auf der Ma-10 von Andratx oder Estellencs; beschränkte Parkmöglichkeiten entlang der Straße (keine Tore und Einfahrten verstellen)
Bus/Zug: keine öffentliche Verkehrsanbindung
Gehzeit: bis 5h
Höhenunterschied: 600 m
Höchster Punkt: 928 m
 
Einkehrmöglichkeit/Unterkunft: unterwegs keine; Bars/Restaurants in Andratx und Estellencs
für Kinder geeignet: nein
Rundtour: ja
 

Die hier vorgestellte Route auf einen der höchsten Berge im Südwesten Mallorcas soll Teil des Weitwanderweges GR-221 werden. Derzeit gibt es noch keine Beschilderung, sodass man auf Steinmännchen und das eigene Orientierungsvermögen angewiesen ist. Starten Sie also nur bei gutem Wetter – nur dann genießen Sie auch die einzigartigen Ausblicke, die sich schon im Aufstieg auftun. Das Gipfelpanorama zog schon im 18. Jahrhundert einen abenteuerlustigen Wissenschafter an: der französische Mathematiker François Aragó anno 1808 führte dort oben Vermessungen durch und hinterließ uns eine verfallene Hütte. Allerdings waren zu seiner Zeit auch Bauern rund um den Gipfel tätig – Reste von Hütten und Terrassen bezeugen ihren harten Arbeitsalltag. Heute gibt es nur noch ein bewirtschaftetes Anwesen am Fuße des breit hingelagerten Felsberges: Ses Alquerioles, dessen Umfeld wir umgehen.

Wegbeschreibung:

Aufstieg: Bei Km 104,4 zweigen wir beim Schild “Sa Coma de ses Selles” rechts auf eine schmale Asphaltstraße ab. Sie führt an einem Haus vorbei in den Wald hinauf und geht hinter einer kleinen Anhöhe in eine Schotterstraße über. Im sanften Auf und Ab geht’s an einem weiteren Gebäude vorbei und und im Bogen um ein Hochtal herum. Nach einem Gatter wieder in den Wald. Vor dem dritten Anwesen (Gatter) rechts empor abbiegen (Steinmännchen) und gleich darauf links auf dem breiteren Fahrweg bleiben. Sanft aufwärts oberhalb der Finca vorbei und in ein bewaldetes Tal (Coma des Selles oder Cellers) hinein. Kurz in den Talgrund abwärts, dort geradeaus und über eine Rechtskurve hinauf. Bald biegt der Fahrweg im Tal scharf nach links ab, um gleich darauf vor dem Tor einer Wiese zu enden; ein kurzes Stück weiter oben steht eine grüne Stange.
Dort weisen Steinmännchen links auf einen schmalen, anfangs etwas verzweigten Pfad hin. Auf diesem steigen wir – uns etwas nach links haltend – durch den steilen, mit Gebüsch bewachsenen Hang an. Der Weg ist bald besser ausgetreten und führt im Zickzack oberhalb eines markanten Felsturms zu einem Zauntor empor. Ein paar Meter weiter oben gibt der Pas Gran rechts den Übergang auf einen schütter bewaldeten, felsig-zerklüfteten und schräg ansteigenden Rücken frei.
Über diesen steigen wir nun weglos, aber von gut gesetzten Steinmännchen und einzelnen roten Punkten begleitet, höher – genau auf den bereits sichtbaren Esclop zu. Zwischen Felsen, Dissgras und niedrigem Gebüsch erreichen wir eine Anhöhe. Kurz flach weiter, etwas nach rechts und an einem Avenc (Karstschacht) vorbei zu einem Zaun (Leiter-Überstieg). Nun sehen wir bereits das unter Bäumen verborgene Haus Ses Alquerioles (ca. 650 m), dem wir nun über die flachen Planes d’en Cabrit entgegengehen. Rechts haltend zu einem bewaldeten Sattel, dahinter kurz abwärts und im sanften Auf und Ab über das licht bewaldeten Plateau, bis man in einigem Abstand links am Haus vorbeiwandert.
Bald ermöglicht eine weitere Leiter das Übersteigen des Zauns. Dahinter einige Schritte nach nach rechts, wobei wir einige Kiefern am Zaun umgehen müssen, bis zu einem geschlossenen Zauntor. Davor nach links zu einem nahen, aus Steinen errichteten Brunnen. Rechts daran vorbei zu einer Hüttenruine, die wir links passieren. Dann nach rechts und durch hohes Gras in den Wald hinauf. Der Pfad schlängelt sich erst steil zwischen alten Terrassenmauern höher und erreicht eine Gabelung unter Felsen. Nach links und flach unterhalb der Wand weiter (umgestürzte Bäume), bis wir zum schmalen Felsdurchlass des Pas d’en Ponsa ansteigen.
Dahinter tut sich ein Blick zum Meer und bis zur Planícia auf. Nach rechts und weglos über den felsig-grasigen, unten noch von kleinen Kiefern bewachsenen Rücken empor (Steinmännchen beachten). Nach zwei steileren Passagen, die sich leicht über kleine Felsstufen erklettern lassen, gelangen wir – uns etwas nach rechts haltend – durch wegloses und etwas unübersichtliches Gelände auf eine schmale Hochebene unter dem schroffen Gipfelaufbau der Mola de s’Esclop (844 m). Alte Terrassenmauern, eine Hüttenruine und ein runder Dreschplatz künden davon, dass selbst dieses entlegene Gebiet einst landwirtschaftlich genutzt wurde.
Hier biegen wir rechts ab, gehen ca. 50 m eben weiter und steigen dann schräg nach links zu den obersten Terrassen an. Direkt unter den Felsen der Westflanke entdecken wir die Mauerreste einer verfallenen Viehkoppel. Kurz danach wenden wir uns nach links und erklimmen den felsigen Gipfelaufbau durch eine Art Rinne. Über Gesteinsstufen und durch weniger steiles Gelände gelangen wir schließlich auf den breiten Rücken des Berges: Rechts geht’s zur nahen Ruine einer Steinhütte, während wir links zur Gipfelsäule kommen.
2 h 30 min

Abstieg und Rückweg: Man kann nun natürlich auf derselben Route wieder hinunterklettern – interessanter ist aber die Überschreitung und Umrundung des Berges. Dazu gehen wir über den Rücken weiter nordwärts in die kleine Mulde vor dem Vorgipfel, wenden uns dort nach rechts (Steinmännchen beachten!) und steigen auf ausgetretenen Pfadspuren und über Felsstufen durch die steile Ostflanke ab. Im Zickzack und dazwischen etwas nach links haltend erreichen wir den Grashang unterhalb der Felsen, durch den wir rechts auf einem Pfad hinabwandern. Parallel dazu verläuft eine Mauer vom Gipfelaufbau nach unten. Sie verliert sich etwa 100 m vor dem breiten Sattel des Coll de sa Font des Quer (737 m), der direkt am Fuße des Felsberges Es Castellet liegt.
Wir biegen schon bei einem Steinmännchen am Ende dieser Mauer nach links ab und folgen einem schmalen, anfangs ebenen Pfad, der den nordseitigen Grashang zwischen dem Esclop, einer Geröllhalde und der Font des Quer (auffallender Baum) durchquert. Wir ignorieren einen rechts zur Quelle hinunterführenden Pfad und steigen zu einer Anhöhe mit einer großen Kiefer empor (schöner Blick zum Meer). Unterhalb einiger Felsbrocken, die vom Esclop herabgestürzt sind, und zwischen alten Terrassenmauern geht’s weiterhin bergauf, bis wir die kleine Ebene mit der Hüttenruine und dem runden Dreschplatz unter der Westflanke des Berges wieder erreichen.
Dort nach rechts und – stets auf die Steinmännchen achtend – auf der Anstiegsroute wieder zum Ausgangspunkt hinunter.
2 h 15 min

 
TOUR 5:

La Trapa (250 m) – Aufstieg von Sant Elm

Art: Wanderung
Region / Ort: im Südwesten / Sant Elm
Schwierigkeit: mittel
Charakter der Tour: beliebte Bergwanderung auf Straßen und schmalen, stellenweise steilen Pfaden. Eine kurze Felspassage verlangt Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Immer wieder Schatten.
Ausgangsort: Sant Elm an der Südwestküste
Ausgangspunkt: Plaça de Mossèn Sebastià Grau im hinteren Ortsbereich
 
Zufahrt:
Aus Richtung Andratx auf der Ma-1030 über S’Arracó; Parkmöglichkeit im hinteren Ortsbereich um die Plaça de Mossèn Sebastià Grau und an der Avinguda de la Trapa
 
Bus/Zug: Haltestelle der Buslinie 100 (Palma – Sant Elm) an der Plaça de Mossèn Sebastià Grau
Gehzeit: bis 3h
Höhenunterschied: insgesamt knapp 400 m
Höchster Punkt: 365 m
Einkehrmöglichkeit/Unterkunft: unterwegs keine; Bars und Restaurants in Sant Elm
für Kinder geeignet: nein
Rundtour: ja
 
Eines der beliebtesten Wanderziele des Südwestens verbirgt sich im Vall de Sant Josep nördlich von Sant Elm – hoch über dem Meer und direkt gegenüber der Insel Dragonera. Dort gründeten Trappistenmön­che im Jahre 1810 ein Kloster, von dem heute nur noch Ruinen übrig sind. Nach der bereits begonnenen Renovierung soll hier eine Wanderherberge ihre Pforten öffnen.
Wegbeschreibung:
Aufstieg: Von der Bar Es Molí an der Plaça de Mossèn Sebastià Grau im Westen von Sant Elm marschieren wir auf der Avinguda de La Trapa bergwärts – vorbei am Spiel- und Sportplatz neben der Windmühle. Bald endet der Asphaltbelag und eine Schotterstraße (der Camí Can Tomeví) führt durch ein Waldtal zur freien Fläche um die Finca Can Tomeví.
Dort ignorieren wir das nach rechts weisende Schild “La Trapa” – das ist unser Rückweg. Wir gehen über die Querstraße und folgen dem Wegweiser “Cala Embasset, La Playa” auf einem breiten Weg, der leicht nach links in den Wald führt. Nach kurzem Aufstieg überqueren wir eine Schotterstraße, die links von zwei Betonpfosten flankiert wird, und steigen auf einem Waldpfad zwischen Terrassenmauern und Köhlerplätzen an. Rechts an einer Hüttenruinen vorbei und in Serpentinen in steileres und steiniges Gelände hinauf. Wir passieren einen kleinen Felspass, wandern kurz ein wenig abwärts und unterhalb von Felsen vorbei in eine schütter bewaldete Mulde. Der Weg steigt zu einem felsigen Absatz an (schöner Blick zur Cala en Basset und zur Insel Dragonera). Davor scharf nach rechts und unter Felsen auf steilen, z. T. künstlich angelegten Stufen empor. Links auf einen felsigen Rücken (240 m), der bereits den Blick auf La Trapa freigibt. Links zu einer Infotafel und – sanft absteigend – durch den Grashang zu einem Fahrweg. Auf diesem links in wenigen Schritten zur Ruine des Klosters La Trapa hinab. Der kurze Abstecher zum runden Dreschplatz und einem knapp darunter gelegenen Aus­sichtsplatz direkt über der Felswand lohnt sich sehr – Traumblick zur Dragonera!
1 h 30 minRückweg: Wir folgen dem Fahrweg wieder aufwärts, vorbei an der Einmündung des Aufstiegspfades. Nach einigen Kehren oberhalb von La Trapa geht’s rechts zum Coll de ses Ànimes (365 m; Wegweiser “S’Arracó/Sant Elm”). Auf der anderen Seite der Bergkette windet sich die Schotterpiste in Serpentinen durch ein karges Tal zum Anwesen Sa Palomera hinunter. Danach rechts abbiegen (“Sant Elm”) und auf dem Camí Punta de sa Galera weiter durch das Tal hinab. Eine Abzweigung nach rechts bleibt unbeachtet. Unterhalb eines Hauses vorbei und auch bei der nächsten Abzweigung geradeaus weiter, bis man wieder nach Can Tomeví gelangt. Links nach Sant Elm zurück.
1 h 30 min
 
TOUR 6:

Illa de sa Dragonera – Na Pòpia (353 m)

Art: Wanderung
Region / Ort: im Südwesten
Schwierigkeit: leicht
Charakter der Tour: Einfache Bergwanderung auf breiten Wegen. Kurze abgerutschte Stellen im oberen Felsbereich erfordern etwas Trittsicherheit, und über den senkrechten Felsabbrüchen beim Gipfel-Leuchtturm ist besonders mit Kindern große Vorsicht geboten.
 
Ausgangsort: Sant Elm im Südwesten Mallorcas
Ausgangspunkt: Der Hafen
Zufahrt: Von Palma über Andratx. Gebührenparkplatz am Ortsbeginn.
 
Bus/Zug
Überfahrt: Das Boot „Margarita“ fährt von Oktober bis Juni Mo-Sa und ab Mai auch So stündlich zwischen 10.15 Uhr und 13.15 Uhr, von Juli bis September Di/Mi/Do/Sa/So zu den gleichen Zeiten sowie um 14.45 Uhr, Rückfahrt nach Vereinbarung (Tel. 639/617545 oder 696/423933). Auch das Watertaxi fährt zur Insel, und zwar vormittags zur vollen Stunde (Tel. 971/100866).
 
Gehzeit: bis 3h
Höhenunterschied: 353 m
Höchster Punkt: 353 m
Einkehrmöglichkeit/Unterkunft: Auf der Insel keine; Bars und Restaurants in Sant Elm
für Kinder geeignet: ja
Rundtour: nein
 
Vor der Westspitze Mallorcas sind die Drachen los: Zu tausenden krabbeln sie übers Gestein, rascheln im Gras – und sonnen sich schon einmal zwischen den Bändern der Wanderschuhe. Die kleinen, graugrünen und schrecklich neugierigen Gesellen gehören zu einer endemischen Subspezies der Eidechse, die nur auf der Illa de sa Dragonera lebt. Ob ihnen das 4,2 km lange, bis zu 900 m breite und Felsriff gegenüber von Sant Elm den Namen „Dracheninsel“ verdankt? Oder fühlten sich die Menschen durch seine gezackte, bis zu 353 m hoch aufragende Kammlinie an ein geschupptes Fabeltier erinnert? Geologisch gesehen handelt es sich bei diesem Mini-Gebirge, das auf seiner Nordwestseite mit wilden, stellenweise sogar überhängenden Felswänden zum Meer hin abbricht, um eine Fortsetzung des Kalkzuges der Serra de Tramuntana. Der nur 800 m breite Canal des Freu, die Wasserstraße, die es von Sant Elm trennt, ist für seine unberechenbaren Strömungen berüchtigt: Hier sanken schon in der Antike Schiffe.
1995 erklärte die Inselregierung Dragonera und auch das Meer rundherum zum Naturpark – das Ergebnis eines heftigen Kampfes vieler Umweltschützer gegen ein riesiges Hotelprojekt. So blieb das kleine Paradies weiterhin unbewohnt – und „gehört“ nur den Wanderern, die mit dem Boot herüberschippern. Eine schmale Aspaltstraße durchquert die ganze Länge der Insel zwischen den Leuchttürmen am Cap de Tramuntana („Kap des Nordwinds“) und dem Cap des Llebeig („Kap des Südwestwinds“), ein stellenweise gepflasterter Weg windet sich in vielen Kehren zum alten Leuchtturm auf der höchsten Spitze (Na Pòpia) hinauf. Wer hier unterwegs ist, genießt nicht nur die unberührte mediterrane Vegetation, sondern kann auch Fischadler, Turmfalken und Korallenmöwen beobachten (letztere gehören zu den weltweit am meisten bedrohten Tierarten). In den Küstenfelsen nisten auch Silbermöwen, Kormorane und Sturmtaucher, außerdem lebt auf Dragonera die größte Eleonorenfalken-Kolonie der gesamten Balearen.
Wegbeschreibung:
Zum Far Vell auf dem Gipfel Na Pòpia: Gleich oberhalb des Infohauses am Hafen der Cala Lledó befindet sich eine Wegkreuzung. Dort folgen wir dem Schild „Na Pòpia – es Far Vell“ nach links und wandern auf dem Asphaltweg durch ein Gatter und über eine kleine Brücke. Nach 10 Min. zweigen wir rechts auf einen breiten Schotterweg ab (Wegweiser „Es Coll Roig, Na Pòpia, es Far Vell“). Er schlängelt sich durch eine Maueröffnung in Kulturland hinauf und passiert ein kleines Gebäude. Am oberen Ende des ummauerten Grundstücks gelangt man zum Sattel des Coll Roig (erster Tiefblick über die nordwestseitige Steilküste). Dort nach links und auf dem aufgemauerten Weg in vielen Kehren durch den steilen, felsigen und mit Buschwerk aus Ölbaum und Steinlinde bewachsenen Gipfelhang empor. Schließlich erreicht man neuerlich die Gratkante und nach einigen weiteren Serpentinen das verfallene Gebäude unter dem Gipfel-Leuchtturm. Kurz weiter, bis der Weg an einer schrägen Felsplatte endet. Über diese kann man rechts den höchsten Punkt des Berges (353 m) erklimmen.
1 h 30 minAbstieg auf der gleichen Route.
1 hWeitere Wandermöglichkeiten: Eine ganz kurze Route über Na Miranda umrundet das Gebiet über der Cala Lledó (30 min), dabei kann man auch den Abstecher zur Cova des Moro „anhängen“. Etwas weiter ist der Ausflug zum Cap de Tramuntana verlängern (1 h hin und retour). Der Weg zum Cap des Llebeig mit seinem alten Wachturm nimmt hin und retour 2 h 30 min – 3 h in Anspruch, bei dieser Tour lohnt sich auf jeden Fall der kurze Abstecher zur Cala Cucó. Alle anderen Gebiete der Insel dürfen nicht betreten werden!

 
TOUR 7:

Sa Bruta (Es Castellot de na Marió, 291 m)

Art: Wanderung
Region / Ort: im Südwesten / Peguera
Schwierigkeit: mittel
Charakter der Tour: einfache Wanderung auf Straßen, breiten Wegen und schmalen Pfaden; der steile und felsige Gipfelanstieg erfordert jedoch Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Vorsicht bei Nässe, rutschiges Gelände! Es gibt keine Beschilderung, sondern nur Steinmännchen – an den wichtigen Abzweigungen ist also Orientierungsvermögen notwendig. Oberhalb des verbauten Gebiets viel Schatten.
 
Ausgangsort: Peguera
Ausgangspunkt: Bulevar de Peguera, Kreisverkehr beim Supermarkt Casa Pepe (bei der Zufahrt nach Cala Fornells) im Westen des Ortes
Zufahrt: aus Richtung Palma auf der Autobahn Ma-1 Richtung Andratx, Ausfahrt Cala Fornells. Gebührenfreie Parkplätze vom Kreisverkehr am Ausgangspunkt rechts neben der Hauptstraße ein Stück Richtung Camp del Mar.
 
Bus/Zug: Buslinie 100 (Palma – Peguera)
Gehzeit: bis 2h
Höhenunterschied: 300 m
Höchster Punkt: 291 m
Einkehrmöglichkeit/Unterkunft: unterwegs keine; Bars/Restaurants in Peguera
für Kinder geeignet: nein
Rundtour: ja
 

Der “Hausberg” des Tourismusortes Peguera zeigt sich als kleiner, aber klotziger Felsaufbau – daher wohl auch sein Name “Castellot”. Er bietet im Kleinformat viel von dem, was Sie auch auf den höheren Bergen der Serra de Tramuntana erwartet: würzig duftene Kiefernwälder, in denen ein Gewirr verschieden breiter Pfade durchaus Orientierungsprobleme aufwerfen kann, steile Hänge und zuletzt sogar ein kleines, spannendes Kraxelabenteuer.

Wegbeschreibung:

Aufstieg: Startpunkt ist der Kreisverkehr im Westen des Bulevar de Peguera, gegenüber des Supermercado Casa Pepe. Wir folgen dem Carrer de la Talaia (Calle Atalya) gegen die Einbahn aufwärts. Nach etwa 200 m – bei der zweiten Ampel – links auf den Carrer Dr. Noe abzweigen und gleich darauf rechts auf dem Carrer del Tamarinde weiter. Schließlich gehen wir von einer Kurve rechts auf dem Carrer de Bellavista aufwärts, vorbei an Villen und der Residencia Monte Esmeralda. Oberhalb davon endet die Asphaltstraße an einem Rondell.
Wir gehen bei einem Umspannhäuschen rechts auf der breiten, von einem betonierten Gehsteig begleiteten Schotterstraße bergauf, passieren ein offenes Tor im Zaun und kommen unter einer Stromleitung durch. Gleich danach biegen wir vor einer Hausruine rechts ab und folgen einem breiten, ebenen Schotterweg (Steinmännchen). Nochmals unter der Stromleitung durch und dann auf dem quer verlaufenden Fahrweg rechts weiter (zweigen Sie aber nicht ganz rechts auf den schmalen Pfad ab). Wir bleiben erst rechts der Stromleitung und gehen dann nochmals darunter durch zu einer Wegkreuzung, die wir geradeaus überqueren. (Der Weg nach links führt zu einem nahen Brunnenschacht – dort werden wir absteigen.)
Der schmalere Schotterweg Richtung Sa Bruta führt nun über einen breiten Waldrücken empor. Geradeaus an einer Pfad-Einmündung vorbei und rechts in den Hang (Blick auf Calvia mit seiner Doppeltürmigen Kirche). Es folgen zwei ganz kurze steilere Anstiege, dann heißt es aufpassen: wir zweigen scharf nach links auf einen schmalen Pfad ab (Steinmännchen) und steigen zwischen umgestürzten Bäumen steil zu einer felsigen Anhöhe (271 m) empor. Über diese (oder links daran vorbei), dann geht’s im Auf und Ab dem gut 20 m hohen Gipfelaufbau der Sa Bruta entgegen.
Dort angekommen, beginnt die Kraxelei: Wir steigen links über Gesteinsstufen an und wenden uns nach rechts, bis eine schräge Felskluft beginnt. Links über eine Platte und zwei Felsstufen hinauf, dann rechts über einen schrägen Einschnitt und ein Gesteinsband weiter, bis sich das kleine Gipfelplateau rechts über eine letzte Steilstufe erklimmen lässt erklimmen. Die Rundsicht vom Meer bis zu den Ausläufern der Serra de Tramuntana ist großartig; wir entdecken auch Mauerreste. Vorsicht, die Felsen brechen allseits steil ab!
1 h

Abstieg: auf derselben Route bis zur Wegkreuzung vor der Stromleitung, ca. 15 min. Dort zweigen wir jedoch rechts ab und gehen am erwähnten Brunnenschacht vorbei abwärts. Bei der folgenden Wegteilung nach rechts. Wir passieren eine Hüttenruine, bleinen bei einer Wegeinmündung geradeaus und queren einen Graben. Teils flach, teils absteigend wandern wir auf dem stellenweise ausgewaschenen Weg etwa 800 m durch den Waldhang Sa Talaia im Südwesten der Sa Bruta, bis wir links in die gleichnamige Urbanisation 1 km westlich von Peguera absteigen können. Wir erreichen beim Club Europa den Carrer de Bonavida, dem wir nach links folgen. Dann entweder rechts auf dem Carrer del Llorer zur Hauptstraße und neben dieser links zum Ausgangspunkt zurück – oder geradeaus auf dem Carrer del Bosc durch das Villengebiet bis zum Carrer de Talaia, auf dem wir rechts zurückkehren.
1 h

 
TOUR 8:

Puig de Galatzó (1027 m) – von der Finca Galatzó

Art: Bergtour
Region / Ort: im Südwesten / Es Capdellà
Schwierigkeit: schwer
Charakter der Tour: sehr lange und anstrengende, aber landschaftlich traumhafte Bergtour. Nach dem Zugang auf einer Schotterstraße folgt man alten, stellenweise verwachsenen Wegen und verzweigten Pfadspuren; im oberen Bereich sind weglose Passagen und leichte Kletterstellen im zerklüfteten Felsgelände zu meistern – sehr gutes Orientierungsvermögen, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind unbedingt Voraussetzung für diese Tour! Beim Abstieg muss man ebenfalls eine unmarkierte, teils weglose Etappe überwinden. Schatten nur im mittleren Bereich und im Tal. Keinesfalls bei Nebel gehen – man verirrt sich sehr leicht im weitläufigen Gelände!
 
Ausgangsort: Es Capdellà (160 m) zwischen Andratx, Peguera und Calvià.
Ausgangspunkt: Torrent de Galatzó nördlich von Es Capdellà (160 m)
Zufahrt:
Von Es Capdellà auf der Ma-1032 Richtung Galilea/Puigpunyent; vor der Brücke zwischen km 2 und km 3 links auf die Schotterstraße abzweigen (Tafel „Finca Pública Galatzó“) und ca. 500 m zum Parkplatz vor dem Tor der Finca.
 
Bus/Zug
Bushaltestelle in Es Capdellà. Von dort wandert man zu Fuß auf dem anfangs asphaltierten, dann geschotterten Carrer de Galatzó (als GR-221 beschildert) in 40 min zur Finca Galatzó.
Buslinien 110A, 110B und 111
 
Gehzeit: bis 8h
Höhenunterschied: 1000 m
Höchster Punkt: 1027 m
Einkehrmöglichkeit/Unterkunft: unterwegs keine; Bars/Restaurants in Es Capdellà
für Kinder geeignet: nein
Rundtour: ja
 

Nur für sehr versierte Bergsteiger: Dies ist die längste und anspruchsvollste, aber wohl auch die schönste Route über den südlichsten „Tausender“ der Serra de Tramuntana. Sie führt von Süden auf den legendenumwobenen Berg – aus dem Tal der Finca Galatzó und durch längst verlassenes Kulturland, das sich an die schroffen Ausläufer des Massivs schmiegt. Weiter oben muss man ein wenig Hand an den Fels legen: hinauf zum Südkamm und auf der stellenweise schmalen, für versierte Bergsteiger aber gut gangbaren Schneide. Dort begeistert der Blick nach Osten zum benachbarten Esclop und auf der anderen Seite über das Bergland von Puigpunyent, bis dann ganz oben auch die Nordwestküste ins Blickfeld kommt.
Der Abstieg erfolgt teils auf beschilderten Pfaden, dazwischen ist jedoch nocheinmal ein unmarkiertes Wegstück im hohen Dissgras mit einem kurzen Gegenanstieg zu bewältigen. Man könnte beim Abstieg zwar vollständig auf beschilderten Wegen bleiben – das würde allerdings einen Umweg über die Coma d’en Vidal und einen längeren Gegenanstieg erfordern (ca. 1 h 30 min mehr).

Wegbeschreibung:

Wir gehen durch das Eingangstor (Infotafel über die Wanderwege des Gebiets) und auf der kaum ansteigenden Schotterstraße ins bewaldete Tal des Torrent de Galatzó hinein. Über zwei Furten und bei einem kleinen Haus links abzweigen. Durch ein Tor und zu einer Brücke.
In diesem Bereich folgen wir nun dem Wegweiser “Ses Planes” nach rechts. Der mit roten Holzpflöcken markierte Weg steigt durch den östlichen Hang über dem Tal an, vorbei an einem historischen Wasserkanal und oberhalb der Wasserbecken für die Mühlen der Finca. Auf der breiten und aufgemauerten Wegtrasse geht’s dann durch Kiefernwald und über zwei Kehren in freies bzw. nur schütter bewaldetes Gelände. Bald verliert sich die Route fast unter dem Dissgras, wir können ihr aber in angenehmer Steigung auf die bewaldete Anhöhe Ses Planes (458 m) folgen.
1 h

Wir sehen etwas weiter unten Hüttenruinen, schwenken davor nach rechts und suchen nach den Steinmännchen, die uns auf einen Grasrücken empor leiten. Wir queren nun links etwas unterhalb der Hügelkuppe der Moleta de Galatzó in einen Sattel und gelangen über eine kleine Felskuppe in eine zweite, etwas tiefer gelegene Senke unter dem Südkamm des Puig de Galatzó (der alte Weg durch die Mulde links unten ist völlig verwachsen).
Wir steigen nun ziemlich in der Falllinie zum Beginn der Felsen hinauf. Bei einen Steinmännchen beginnt die Kletterei: links über steile Felsstufen und nach ca. 50 m scharf rechts auf einen Absatz, dann geht’s geradeaus über kurze Kletterstellen in etwas flacheres Gelände hinauf. Wir erreichen alte Terrassenmauern und queren von dort schräg rechts über Felsen und Geröll auf den breiten Kamm (ca. 600 m – dahinter liegt eine große, schräg abfallende Mulde).
Wir wenden uns hier scharf nach links und steigen über die Felsabsätze des Kammes auf eine Kuppe. Nun sehen wir den südlichen Vorgipfel des Puig de Galatzó (852 m), den wir weiterhin über den stellenweise schmalen Felsrücken erklimmen (unterwegs mündet von rechts eine mit roten Farbzeichen markierte Route ein). Danach geht’s in eine nahe Scharte, links um eine felsige Graterhebung herum und kurz über Felsstufen hinab. Ein weiterer Felsaufbau wird umgangen, dann steigen wir links der Gratschneide an und wenden uns nach rechts in eine schmale Felsscharte. Dahinter liegt eine grasig-steinige Mulde oberhalb der Galatzó-Südostabstürze, durch die wir – uns links haltend – wieder auf den Kamm hinaufkommen. Über ein kleines Grasplateau gehen wir zum obersten Hang, durch den wir zur Gipfelsäule des Puig de Galatzó ansteigen.
2 h 30 min.

Abstieg entweder auf der gleichen Route. Von den alten Terrassenmauern unterhalb des Kammes kann man auch ein kleines Stück weiter rechts durch sehr steile Rinnen absteigen – Vorsicht, Steinschlaggefahr!
Gehzeit 2 h 30 min.

Wer eine Rundtour unternehmen möchte, steigt dagegen vom Gipfel auf dem beschilderten Pfad Richtung Estellencs ab. Nach einer kleinen Felsstufe schlängelt er sich über kahle Hänge abwärts. Bei der Einmündung des Zugangs von Puigpunyent links weiter zum Pas de na Sabatera. Dort wiederum links abzweigen. In nordwestlicher Richtung geht’s unterhalb der Moleta Rasa bergab zum Coll des Morro und weiter bis über den Pas des Cossis, von wo der beschilderte Pfad in Serpentinen zum Picknickplatz Boal de ses Serveres hinunterzieht.
Achtung: Hier zweigt links ein unbezeichneter und stellenweise etwas verzweigter Pfad ab, der ein durch Grasgelände und schließlich zwischen zwei Steinblöcken zu einem breiten Sattel zwischen dem Puig de Galatzó und der Mola de s’Esclop ansteigt (ca. 550 m). Nun weglos immer den Steinmännchen folgend rechts über die Hochfläche (keinesfalls gleich direkt in den Graben Richtung Finca Galatzó absteigen!) und über Felsplatten. Links auf Pfadspuren den Hang hinab und unter einigen Kiefern in die Mulde unterhalb der Moleta des Pinotells (Serra des Pinotells).
Dort erreicht man den beschilderten Weg, der von der Coma d’en Vidal herabzieht. Auf diesem wandern wir links in Kehren ins Tal des Comellar de ses Sínies hinunter. Unten im Talgrund kommt man an einem alten Brunnen vorbei, dann geht’s auf einem Fahrweg durch das gewundene Tal (viele Zwergpalmen!) zur Finca Galatzó hinaus.
Weiter auf dem Fahrweg – bei einer Abzweigung nach der Finca sich links haltend – zum Ausgangspunkt zurück.
3 h 30 min.

 
TOUR 9:

Sa Mola de s’Esclop (928 m) – von der Finca Galatzó

Art: Bergtour
Region / Ort: im Südwesten / Es Capdellà
Schwierigkeit: schwer
Charakter der Tour: anspruchsvolle, aber landschaftlich großartige Bergtour mit einem anstrengenen Aufstieg. Die Route verläuft erst auf auf einer Schotterstraße, dann auf schmalen Pfaden und stellenweise auch durch wegloses, verwachsenes und felsiges Gelände; im Gipfelbereich ist eine kurze Kletterpassage im Schwierigkeitsgrad I zu meistern. Bei Nebel nur schwer zu finden! Wenig Schatten.
 
Ausgangsort: Es Capdellà (160 m) zwischen Andratx, Peguera und Calvià.
Ausgangspunkt: der Torrent de Galatzó nördlich von Es Capdellà.
 
Zufahrt
von Es Capdellà auf der Ma-1032 Richtung Galilea/Puigpunyent; vor der Brücke zwischen km 2 und km 3 links auf die Schotterstraße abzweigen (Tafel „Finca Pública Galatzó“) und ca. 500 m zum Parkplatz vor dem Tor der Finca.
 
Bus/Zug
Bushaltestelle in Es Capdellà. Von dort wandert man zu Fuß auf dem anfangs asphaltierten, dann geschotterten Carrer de Galatzó in 1 h zur Finca Galatzó.
Buslinie 110A, 110B und 111
 
Gehzeit: bis 6h
Höhenunterschied: 850 m
Höchster Punkt: 928 m
Einkehrmöglichkeit/Unterkunft: unterwegs keine; Bars/Restaurantts in Es Capdellà
für Kinder geeignet: nein
Rundtour: nein
 

Sa Mola de s’Esclop, der große „Holzschuh“ zwischen Es Capdellà und Estellencs an der Nordwestküste, zeigt sich von allen Seiten als felsiger Buckel. Ein magischer Berg, auch wenn seine Gipfelhöhe unter 1000 m liegt! Und ein Berg der Wissenschaft: Nahe dem höchsten Punkt überraschen noch heute die Reste einer Steinhütte, die der französische Mathematiker François Aragó anno 1808 für Vermessungstätigkeiten benützte. Dabei wäre der berggängige Forscher als vermeintlicher Spion Napoleons beinahe ermordet worden.
Seit einiger Zeit empfiehlt sich neben dem Anstieg von der der Nordwestküste über die Coma d’en Vidal, in der eine Wanderherberge entsteht, auch der längere Zugangsweg von der Finca Galatzó. Der einst völlig verwachsene Steig wurde vom Gebüsch befreit. Gutes Orientierungsvermögen und ein wenig Klettergewandtheit bleiben aber weiterhin Voraussetzung im entlegenen Gelände zwischen dem Puig dem Galatzó und dem Esclop und beim finalen Anstieg durch den Felsgürtel des Gipfelplateaus.

Wegbeschreibung:

Zum Pou de ses Sínies: Wir starten entweder am Eingangstor (Infotafel über die Wanderwege des Gebiets und die Öffnungszeit) und auf der kaum ansteigenden Schotterstraße ins bewaldete Tal des Torrent de Galatzó hinein. Über zwei Furten und beim kleinen Haus Ca l’Amo en Biel (hinterer Parkplatz) Haus links abzweigen. Über eine Brücke zur nächsten Abzweigung, dort geradeaus weiter zur nahen Einmündung der Schotterstraße von Es Capdellà. Geradeaus weiter (Wegweiser “Cases de Galatzó”), an der nächsten Abzweigung vorbei zu den Gebäuden der Finca Galatzó (180 m).
30 min

Auf die Mola de s’Esclop: Geradeaus unter der Veranda des Gutshofs durch (Pfosten mit oranger Farbe) und auf einem Schotterfahrweg zwischen Mauern taleinwärts in den Comellar de ses Sínies. Bei den beiden folgenden Abzweigungen bleiben wir geradeaus; dazwischen geht’s über eine Furt. Nach einer kleinen Anhöhe (Wasserbecken) folgt ein sanfter Abstieg, dann wandern wir neben dem Bachbett durch den gewundenen Torrent de Galatzó weiter. Wir passieren einen Mauerdurchlass und gelangen zu einem restaurierten Köhlerplatz mit Meilern und grasgedeckten Hütten. Ein kurzes Stück weiter taleinwärts, zwischen den Felsabstürzen des Puig de Galatzó und der Mola de s‘Esclop, steht der alte Brunnen Pou de ses Sínies.
10 m vor dem Brunnen zweigen wir rechts ab, überqueren das Bachbett und wandern auf einem sanft ansteigenden Weg unter Kiefern bis zu einer Teilung des Tals. Geradeaus unter einer felsigen Kuppe in den linken Graben (Steinmännchen, rote Punkte) zu einer einzelnen Kiefer (roter Punkt). Danach scharf rechts und auf den Resten eines angelegten Weges im sanften Anstieg durch den mit viel Ginster bewachsenen Hang, vorbei an einer steinernen Viehtränke. Bei einer weiteren einzeln stehenden Kiefer (blauer Punkt) nach links und unterhalb der Felsen auf eine Anhöhe. In der Folge schlängelt sich der Pfad durch eine steile Mulde mit einzelnen Kiefern gegen die Serra des Pinotells empor. Wir halten nach links auf die Felsen zu und erreichen auf etwa 600 m Seehöhe – unter einem Wandabsturz – einen quer verlaufenden Pfad (Steinmännchen). Prägen Sie sich vor allem diese Abzweigung für den Rückweg ein!
Auf diesem Pfad nach links und in Serpentinen durch den Grashang (Steinmännchen, gelbe Farbzeichen) zu einem Sattel hinauf. Rechts steht eine Mauer mit Drahtzaun, hinter der die Coma d’en Vidal liegt. Wir steigen jedoch links davon zwischen Bäumen zur ebenen S’Esplanada (Pla de s’Esclop) an. Links erkennen wir die Ruine der Caseta de s’Esclop, rechts erhebt sich der markante Felskopf des Castellet (auch Penya Blanca genannt).
Weiter geht’s zum Coll de sa Font des Quer (737 m). Links der teilweise zerfallenen Mauer, die direkt zum Esclop führt, wandern wir auf verzweigten Steigspuren bergauf. Dann links durch den steilen Hang zum grasdurchsetzten Mittelteil seiner Felsflanke, der über mehrere kurze Gesteinsstufen erstiegen wird (Steinmännchen beachten). Oben nach links und über das steinige, sanft ansteigende Hochplateau zur Vermessungssäule auf dem höchsten Punkt des Esclop (928 m). Weiter nach Süden zur nahen Hüttenruine und zu einem Vorgipfel, von dem man den besten Ausblick nach Süden genießt.
2 h

Der Abstieg erfolgt auf derselben Route.
2 h 30 min

 
TOUR 10:

Stadtrundgang in Palma – zu den Innenhöfen

Art: Stadt-/Ortsrundgang
Region / Ort: im Südwesten / Palma
Schwierigkeit: leicht
Charakter der Tour: einfacher Stadt-Spaziergang
Ausgangsort: Palma
Ausgangspunkt: Plaça Cort beim Rathaus im Stadtzentrum
 
Zufahrt
zu den Altstadt-Parkgaragen; von dort zu Fuß in 10 – 20 min zum Ausgangspunkt.
 
Bus/Zug
Der Ausgangspunkt ist von den Bahnhöfen bzw. dem Busbahnhof an der Plaça d’Espanya zu Fuß in etwa 15 min erreichbar.
 
Gehzeit: bis 2h
Höhenunterschied: gering
Höchster Punkt: 30 m
Einkehrmöglichkeit/Unterkunft: Bars/Restaurants im Bereich der Altstadt
für Kinder geeignet: nein
Rundtour: ja
 

Patis – auf kastillisch Patios – zählen zu den charakteristischen Besonderheiten der Altstadt von Palma. Die meisten diese Innenhöfe entstanden zwischen dem 15. und dem 18. Jahrhundert in den noblen Stadthäusern der Adeligen, Händler und Großgrundbesitzer. Ein interessanter Rundgang verbindet einige der etwa 60 Stadthäuser, die über einen solchen Pati/Patio verfügen, miteinander. Wer ihn unternimmt, lernt die Stadt und ihre Geschichte unter einem ganz eigenen Aspekt kennen – und kann auch einige interessante Museen besuchen.

Wegbeschreibung:

Wir starten an der Plaça Cort, beim großen Olivenbaum vor der barocken Fassade des Rathauses von Palma. Auf seiner Straßenseite bleibend folgen wir dem Carrer de Palau Reial, vorbei am neugotischen Sitz des Consell Insular de Mallorca. Am links abzweigenden Carrer de l’Almudaina sind zwei Stadthäuser mit schönen Innenhöfen zu sehen: Can Oms mit seinen Bögen auf ionischen Säulen und Kapitellen sowie Can Bordils. Dieses Gebäude stammt aus dem Mittelalter, wurde aber mehrmals verändert und im 20. Jahrhundert nochmals umgebaut (heute Teil des Stadtarchivs).
Wieder zurück, weiterhin entlang dem Carrer de Palau Reial und an der zweiten Abzweigung scharf nach links (Carrer Estudi General). Dort birgt Can Alemany einen Pati mit einer gotischen Treppe, Säulen mit achteckigem Sockel (frühes 18. Jahrhundert) und einer Galerie aus dem 19. Jahrhundert.
Rechts führt ein kurzer Abstecher in den Carrer de Sant Roc zum Estudi General Lul•lià aus den 1950-er Jahren (barock geprägter Innenhof, Kulturzentrum, Centro de Visitantes mit Infos über die „Route der Innenhöfe“). Geradeaus auf dem Carrer Estudi General gelangt man dagegen zum Portal von Can Llorenç Villalonga. Hier lebte einer der bedeutendsten katalanischen Romanciers des 20. Jahrhunderts.
Danach zweigen wir links auf den Carrer de Zanglada ab. Das dort gelegene Can Marquès ist eines der schönsten Stadthäuser, das durch den Umbau eines früheren Gebäudes aus dem 18. Jahrhundert entstand. Unter dem Einfluss des Modernisme wurde sein Innenhof mit einem Glasdach abgedeckt. Man kann das Haus besichtigen und dem mallorquinischen Grossbürgertums zu Beginn des 20. Jahrhunderts nachspüren (Öffnungszeiten: Mo – Fr 10 – 15 Uhr).
Rechts auf dem Carrer de l’Almudaina weiter, dann links auf den Carrer d’en Morey einschwenken und bis zur Plaça de Santa Eulàlia. Can Amorós birgt einen sehr schönen Innenhof, in dem barocke Bögen und seine roten Marmorsäulen erhalten blieben.
Wieder auf dem Carrer d’en Morey zurück zum Haus Nr. 5: Can Ordines d’Almadrà verfügt über einen besonders interessanten Pati – im Portal des rechts gelegenen Studios sieht man spätgotische Skulpturen. Als Kuriosität gilt der römische Grabstein unter der Treppe, der bei der Renovierung zum Vorschein kam. Weiter zum Haus Nr. 9, Can Olesa: Das monumentale Barockgebäude zeigt ionische Säulen mit konvexem Schaft, weite Bögen, eine Loggia und schmiedeeiserne Treppengeländer.
Von der nächsten Abzweigung links auf dem Carrer de la Portella zum Haus Nr. 4: Can Pasqual bietet ein gutes Beispiel für den Eklektizismus vieler Innenhöfe Palmas; es besitzt eine Treppe aus dem 19. Jahrhundert, neogotische Fenster und barocke Säulen. Etwas weiter unten erreichen wir Ca la Gran Cristiana, in dem heute das Museu de Mallorca untergebracht ist. Sein Innenhof geht auf einen frühgotischen Vorgängerbau zurück, birgt aber auch barocke Stilelemente (die Balkone des herrschaftlichen Geschosses und die Bögen des Vestibüls) und neugotische Fensterrahmen am Dachboden (Öffnungszeiten: Di – Sa 10 – 19 Uhr, So 10 – 14 Uhr).
Die nächste Station ist das Gebäude Nr. 8: Can Espanya Serra mit seiner grossen neugotischen Freitreppe. Im benachbarten Haus Nr. 9, Can Morey-Sant Martí, ist die Wohnung und das Werk des 1993 verstorbenen Malers Joaquin Torrents Lladó zu besichtigen; in seinem malerischen Innenhof fallen eine Steinmauer und eine neugotische Galerie auf (Öffnungszeiten: Di – Fr 10 – 18 Uhr, Sa/Fei 10 – 14 Uhr).
Cal Marquès de la Torre birgt den letzten Innenhof des Carrer de la Portella. Der Renaissancebau entstand gegen Ende des 17. Jahrhunderts nach Plänen von Martín Gil de Gainza, der auch den Bau der Stadtmauern plante, und wurde später mit einer großen eliptischen Freitreppe ergänzt.
Wir gehen nun wieder auf dem Carrer de la Portella zurück und biegen dann rechts auf den Carrer de Formiguera ab. Dort finden wir Can Formiguera, ein großes Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert, das auch als „Compte Mal“ bekannt ist. Eindrucksvoll sind sein Balkon, das weite Schutzdach und die kleine Brücke über den Carrer de Can Serra, der die beiden Hauptgebäude des Anwesens miteinander verbindet. Ganz in der Nähe befinden sich die Banys árabs, die „Arabischen Bäder“. Wir folgen dem Carrer de Can Serra bis zum Carrer de Sant Alonso, an dem Can Vanrell steht – klein, mit seinen ionischen Marmorsäulen und elliptischen Bögen aber sehr repräsentativ für die Innenhöfe des 18. Jahrhunderts. Vorbei an einem Modernisme-Gebäude kommen wir zum Haus Nr. 1 des Carrer Muntaner, Can Muntaner, wo die Holztäfelung der Decke des Korridors und ein Bogen, der ihn von der Treppe trennt, zu sehen ist.
Wir schwenken nun vom Carrer de Sant Alonso auf den engen Carrer del Vent ein und besuchen Can Lladó, ein Gebäude aus dem Mittelalter mit schöner Holzvertäfelung im Korridor und einem Innenhof mit trapezförmigem Grundriss. Auf dem Carrer del Vent erreichen wir den Carrer de Monti-Sion, an dem die gleichnamige Barockkirche liegt. Wir queren die Straße und gehen auf dem Carrer de la Criança zum gleichnamigen Haus Nr. 13, das aus dem 16. Jahrhundert stammt. Dann biegen wir links auf den Carrer del Sol ab und erreichen das Casal del Marquès del Palmer mit seiner monumentalen Renaissance-Fassade – ein einzigartiges Beispiel für Mauerverzierung. Nicht weit davon entfernt finden wir eines der interessantesten Herrenhäuser in Palmas Altstadt: Cal Comte de la Cova. Es zeigt noch die Architektur der ältesten gotischen Innenhöfe, die Holzvertäfelung des Korridors, Säulen mit achteckigem Sockel und eine Treppe in spätgotischem Stil.
Wir folgen dem Carrer del Sol, bis wir scharf rechts auf den Carrer del Pare Nadal abbiegen und bald darauf zur Plaça de Sant Francesc kommen. Dort lohnt sich ein Blick in den geräumigen Innenhof von Can Coll, auch Can Moragues del Racó genannt. Er wurde im 20. Jahrhundert umgebaut, weist aber noch eine große barocke Freitreppe und eine schmiedeeiserne Balustrade auf. Natürlich sollte man auch die großartige Kirche Sant Francesc mit ihrem gotischen Kreuzgang besuchen.
Wir folgen links der Kirche dem Carrer de Troncoso und biegen links auf den Carrer de Savellà ab. Am Haus Nr. 23 sehen wir das Portal von Can Ribes de Pina; im Hof dahinter erkennt man noch Bauelemente des 17. Jahrhunderts. Links liegt Can Catlar del Llorer – ein Gebäude aus dem 13. Jahrhundert, das gemeinsam mit Cal Comte de la Cova als das wichtigste Beispiel für einen frühgotischen Innenhof gilt. Man sieht hier achteckige Säulen und schmucklose Bögen. Einen Kontrast dazu bietet das nahe gelegene Can Vivot mit seinen Säulen aus rotem Marmor, korinthischen Kapitellen, weite Bögen und einer monumentalen Treppe mit schmiedeeisernem Geländer.
Zuletzt geht’s nach links, seitlich an der gotischen Kirche Santa Eulàlia vorbei. Vom Platz davor gelangen wir rechts auf dem schmalen Carrer Cadena wieder zur Plaça Cort zurück.